Erwin Jutzet
- Erwin Jutzet, Sie sind seit 2007 im Staatsrat. Welche Bilanz ziehen Sie aus ihrer ersten Legislatur?
Die Bilanz darf sich sehen lassen. Sicherheit und Justiz gehören zu den grundlegenden Aufgaben des Staates. Jede und jeder soll sich in unserer Gesellschaft in Freiheit entfalten können. Die Sicherheit konnte mit der Reorganisation der Polizei (Bürgernahe Polizei) nachhaltig verstärkt werden. Die Gerichte werden dank dem neuen Justizgesetz transparenter und effizienter. In den fünf Jahren haben wir auch grosse Anstrengungen im Bereich der Integration unternommen; so wurde insbesondere die Zusammenarbeit mit den Gemeinden verstärkt, die ihrerseits vielfältige Anstrengungen für die ausländische Bevölkerung unternehmen. Ein Gesetz soll die Entwicklungszusammenarbeit und die humanitäre Hilfe auf eine breitere Basis stellen und verstärken. Stolz bin ich auch über verwirklichte Projekte wie z. B. den Kampf gegen die Zwangsprostitution und die Genitalverstümmelung, die Regelung der Videoüberwachung oder die Ökologisierung der Motorfahrzeugsteuern, die Neuerungen bei der Feuerwehr (FriFire).
- Was antworten Sie den Freiburgerinnen und Freiburgern auf die Frage, warum man Sie für ein weiteres Mandat wählen soll?
Das erarbeitete gegenseitige Vertrauen bietet die beste Basis, für Freiburg konstruktive Arbeit zu leisten. Vor allem aber antworte ich ganz einfach, dass ich nach wie vor grosse Begeisterung verspüre, mich für das Wohlbefinden meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen zu dürfen und ein offenes Ohr für alle Anliegen zu haben.
- Welche Ziele haben Sie sich für die kommende Legislatur gesetzt?
Der Kanton sollte durch Gemeindefusionen und Grenzbereinigungen seine Struktur weiter stärken. In ökologischer Hinsicht müssen wir grosse Anstrengungen, namentlich im Bereich der Energieeffizienz, anstreben. Die allgemeine Einführung der Tagesschulen soll umgesetzt werden, um den Familien – vor allem für Familien, in denen beide Elternteile arbeiten oder für Alleinerziehende – das Leben zu erleichtern. Es gilt Prioritäten in der Kriminalpolitik zu definieren (z. B. gegen Gewalt, Hooliganismus, Raserei). Das Gefängniswesen ist neu zu organisieren (Betreuung der Gefangenen, Aufwertung der Betreuenden). Der Bevölkerungsschutz soll durch Reorganisation der Feuerwehr und des Zivilschutzes noch effizienter werden. Schliesslich gilt es im Bereich des Militärs die zivilen Arbeitsplätze und wertvollen Lehrstellen zu fördern.
- Sie sind Justiz- und Sicherheitsdirektor. Wie bringen Sie sich als Sozialdemokrat ein?
Laut meiner Devise ist jede Entscheidung mit Blick auf ihre Auswirkung auf die gesamte Bevölkerung zu prüfen. Dazu gehören z.B. Kinder, Menschen mit Behinderung, Einkommensschwache, monoparentale Familien aber immer mehr auch die sogenannte Mittelschicht, welche oft zwischen „Stuhl und Bank“ fällt (Steuern, Stipendien, Krankenkassenprämien).
- Welche persönlichen Ziele h aben Sie noch, die Sie in den nächsten 5 Jahren erreichen wollen?
Es ist mir wichtig, mich nicht nur in Alltagsgeschäften zu verlieren, sondern – aus Distanz betrachtet – Utopien zu entwickeln, wagen zu träumen von einer Verbesserung der Lebensqualität für alle, von einer Verstärkung des sozialen Zusammenhalts und einer Gesellschaft, die ihre Jungend optimal darauf vorbereitet, ihre eigenen Zukunft in die Hand zu nehmen. Ein konkreter Traum: Die Realisierung eines Zentrums für Breitensport auf der im Eigentum des Kantons stehenden, sog. Militäranlagen im Schwarzsee.






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